FSJ´ler in der HSG - Ein Resümee zum Bergfest

Als die Ausschreibung für die FSJ-Stelle bekannt wurde, war mir sofort klar, dass das meine Chance ist, dem Verein etwas zurückzugeben. Ich weiß noch genau, was ich in der Bewerbung geschrieben hatte. „Ich würde hiermit gerne mein Interesse an der FSJ-Stelle in der HSG äußern. Gerade durch meine lange Verletzung, bin ich heiß wie Frittenfett auf Handball. Da ich im Jugendbereich eine gute Ausbildung genossen habe, wäre dies meine Möglichkeit etwas zurückzugeben und mich im Verein mehr zu engagieren. (..)“

Ich freute mich riesig, als dann die Zusage kam. Und dann ging alles ziemlich schnell… Der Vertrag wurde unterschrieben und am 01.09.2014 ging das Projekt „FSJ in der HSG“ in die erste Runde, wobei der erste Tag im FSJ erstmal durch Organisation geprägt war. Schon vor dem Beginn des FSJ’s übernahm ich zusammen mit Lena Rajes die männliche B-Jugend. Diese Aufgabe integrierte sich dann zusammen mit der weiblichen C-Jugend, die etwas später dazu kam, in meinen Aufgabenbereich. Die Zusammenarbeit mit den beiden Mannschaften machte mir von Beginn an Spaß und ich sehe schon mit etwas Wehmut auf die Arbeit mit der weiblichen C zurück, die ich mittlerweile übergeben habe. Was beide Mannschaften dann in der Saison zeigten war einfach schön. Die Mädels marschierten förmlich zum Meistertitel und auch die Jungs kämpften bis zum Schluss für ihr Ziel und auch sie belohnten sich am Ende. 2 Mannschaften, 2 Titel… Das habe ich mir so selber nicht erträumen wollen! Kurze Zeit später wurde ich noch als Co-Trainer bei der männlichen D-Jugend engagiert und auch die Trainingseinheiten waren immer voll Spaß und handballerischen Höchstleistungen. Außerdem habe ich dadurch auch die Erfahrung gemacht, dass die Aufgaben als Co-Trainer noch etwas anders sind, als die als Trainer.

Nun aber zurück zum Anfang. Am ersten Arbeitstag stand auch direkt eine Trainer- und Betreuersitzung an, wo die Bekanntgabe des FSJ‘lers vor den Trainern stattfand. Da ich als Jugendvertreter vorher schon an den TB’s teilnahm, war mir der Ablauf schon bekannt.

Das Highlight in der ersten Woche kam dann am Wochenende. Das Trainingslager der männlichen B-Jugend in Verden stand an. Das war schon eine gute Erfahrung für mich gleich zu Beginn. Aber das ganze Organisatorische haben Lena und ich gut hinbekommen und auch das Training an diesem Wochenende war gut. Aber das Beste war, dass die Jungs untereinander mehr als Einheit fungierten.

Eine Woche später kam dann mein „Trauma“. Durch den Umbau der 3-Feld Sporthalle mussten wir unsere Werbebanner  neu aufhängen und ich merkte: Fabian auf einem wackeligen Gerüst ist keine gute Kombination, aber auch diese Aufgabe wurde erledigt. Diese Erfahrung wurde dann auch am folgenden Donnerstag im Mentorengespräch mit Andreas Schnichels aufgearbeitet. Wir versuchen uns immer donnerstags zu treffen, um Aufgaben zu besprechen und eventuelle Fragen zu klären.

Da ich neben dem FSJ noch stellvertretender Jugendwart bin, gehört zur Aufgabe den Kontakt zu den Jugendvertretern zu pflegen und zusammen mit ihnen Projekte und Aufgaben auszuarbeiten. Darunter fällt zum Beispiel die Einteilung für die Aktion „Fanpate“. Da ich selber nicht viel älter bin als die Jugendvertreter und selber Jugendvertreter war, fällt mir die Kommunikation mit ihnen nicht schwer und auch mit den Spielern konnte ich mich super verständigen, was für meinen weiteren Werdegang nicht von Nachteil sein wird, ihn sogar eher noch beflügeln könnte, da ich später mit genau diesen Altersgruppen zu tun haben werde.

Mitte November stand dann mein erstes FSJ-Seminar in Clausthal-Zellerfeld (Harz) an. Denn wer ein FSJ im Bereich Sport macht, muss am Ende die C-Lizenz Breitensport vorweisen können. So wurde ich dort über die ersten drei Bausteine informiert. Ich wusste im Vorfeld überhaupt nicht, wie ich diese Seminare einzuordnen habe – wird es wie in der Schule, oder sogar schlimmer? Es wurde aber genau das Gegenteil. Viel wird in der gesamten Gruppe besprochen und gemacht. Es ist ein ganz lockerer Umgang, aber mit klarem Ziel vor Augen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man viele andere FSJ’ler aus ganz Niedersachen und Bremen kennenlernt und neue Freundschaften knüpft. Wir haben zum Beispiel schon das eine oder andere Treffen untereinander geplant.  Ende Januar war ich dann auf dem zweiten Lehrgang mit der gleichen Seminargruppe und alle waren sich sofort wieder vertraut und es war wieder eine super Woche. Ein großes Lob an dieser Stelle an unsere Referenten Chris, Elli und Jonas, die uns super „unterrichtet“ haben. Ich freue mich jetzt auch schon auf dem Abschlusslehrgang auf Langeoog vom 21.-26.06.2015!

Neben der C-Lizenz Breitensport, steht der C-Lizenz Schein Handball noch auf meinem Zettel. Dort habe ich die ersten drei Bausteine schon absolviert und werde im Mai, Juni und Juli die Bausteine 4-6 noch besuchen und zum Abschluss meine Prüfung hoffentlich bestehen, um mich dann C-Lizenz Trainer nennen zu dürfen.

Aus arbeitstechnischen Gründen übernahm ich die Grundschul-AG von Bärbel Niemeyer im Ganztagsangebot der Grundschule Bruchhausen-Vilsen. Zunächst war ich mir unsicher, ob das wirklich funktioniert, aber mittlerweile habe ich die Kinder echt ins Herz geschlossen und mir macht auch die Arbeit mit ihnen sehr viel Spaß und auch sie freuen sich immer, wenn ich sie vor der Schule abhole, um gemeinsam zur Sporthalle zu gehen.

 

Ein weiterer, wichtiger Bestandteil des FSJ’s ist das so genannte FSJ Projekt. Jeder FSJ´ler ist dazu verpflichtet in seinem Jahr ein Projekt zu entwickeln und durchzuführen. Dieses kann z. B. die Planung eines Turniers sein. Ich habe mir dafür aber etwas ganz besonderes ausgearbeitet. Ich entwickle einen Film, der das letzte Jahr innerhalb der HSG zusammenfasst und einen kurzen Ausblick auf das folgende Handballjahr zeigt. Dieser soll Ende August fertiggestellt und ausgestrahlt werden. Diese Arbeit macht mir besonders Spaß, da ich gerne im Bereich der Videobearbeitung arbeite.

 

Um diesen ganzen Haufen an Informationen mal zusammenzufassen: Das FSJ in der HSG zu übernehmen, war eine gute und wichtige Entscheidung für mich, denn sie hat mich persönlich weitergebracht und mir gezeigt, dass mein Beruf, den ich mir ausgesucht habe, eine gute Entscheidung für mich zu sein scheint. Ich kann ein FSJ nur jedem empfehlen, der sich noch nicht ganz sicher ist, was er später werden möchte, oder auch um ein Jahr zu überbrücken. Man lernt viele neue Eindrücke und Leute kennen, hat am Ende eine C-Lizenz vorzuweisen und sitzt nicht ein Jahr nur zu Hause rum.